Ihr Garten im September – Das ist zu tun:

Ab September wird’s ruhiger im Garten? Fehlanzeige! Gerade der September ist noch einmal so richtig arbeitsintensiv. Was es alles zu erledigen gibt, sagen wir Ihnen hier.

Wer denkt, dass sich eine Gartensaison nur auf die Monate Mai bis August beschränkt, der irrt sich. Natürlich ist das die Hauptzeit, bei der die Pflanzen anfangen zu wachsen, zu blühen und Früchte tragen, aber wenn man es ganz genau nimmt, dann gibt es das ganze Jahr über etwas im Garten zu tun. Im September beispielsweise müssen Schutzmaßnahmen vorgenommen oder aber schon vereinzelt Pflanzen vorgezogen werden. Es kommt natürlich immer ganz darauf an, wie der eigene Garten aufgebaut und gestaltet ist.

Obwohl die eigentliche „Gartenzeit“ schon fast vorbei ist, ist der September doch noch sehr arbeitsreich.

Gartenarbeiten für den September

1. Pflanzen

Für einige Pflanzen ist der September der optimale Pflanzmonat. Dazu gehören beispielsweise Schwertlilien. Durch den noch warmen Boden haben die Pflanzen sehr gute Chancen, bis zum Wintereinbruch neue Wurzeln zu bilden und im kommenden Frühjahr zahlreich zu blühen.

Übrigens: Die meisten Gärtnereien verkaufen Pfingstrosen ausschließlich im Herbst. Das liegt daran, dass im Frühjahr die kleinen Triebspitzen beim Transport abbrechen könnten.

Auch Winterlinge werden im September in die Erde gesetzt. Die Knollen sollten vorher aber 24 Stunden in warmes Wasser gelegt werden, da diese sonst an der Luft vertrocknen würden.

2. Stauden teilen und zurückschneiden

Ein besonderes Augenmerk kann im September auf die Stauden gerichtet werden. Zu groß gewordene Stauden können geteilt werden. Aber erst, wenn Sie verblüht sind. Dazu einfach mit einer Grabgabel den Wurzelballen in der Erde lösen. Nehmen Sie nun einen scharfen Spaten oder ein großes Messer zur Hand und teilen Sie die Staude so, dass ein Stück mindestens faustgroß ist und mindestens zwei Triebspitzen besitzt. Entfernen Sie bei diesem Vorgehen unbedingt auch gleich vertrocknete und kranke Wurzelteile.

Übrigens: Kleinere Teilstücke wachsen schneller zu robusten und kräftigen Pflanzen heran als große Teilstücke.

Der Rückschnitt der Stauden sollte allerdings erst im Frühjahr erfolgen. Auch wenn schon alles vertrocknet ist und nicht mehr schön aussieht, so sollten Sie der Pflanze noch ein bisschen Zeit geben. Abgestorbene Pflanzenteile bieten außerdem noch den Kleinorganismen und Tieren Nahrung. 
Sie ziehen die letzten Kraftreserven aus den Blättern und stärken sich somit noch mehr für die kommende Winterzeit.

3. Rasen pflegen & neu aussäen

Der Rasen wird im Sommer oft sehr strapaziert, weshalb er sich im Herbst eine Extraportion Pflege verdient hat. Außerdem können Sie den September dazu nutzen,  auszubessern bzw. Rasen neu auszusäen. Die Witterungsverhältnisse sind im September optimal – etwas mehr Feuchtigkeit und die Erde ist noch warm, sodass die Saat schnell anfängt zu keimen.

Tipp: Rasen bei warmen Temperaturen weiterhin sprengen.

Bevor die Nachsaat aufgetragen wird, muss der Boden vorbereitet werden. Dazu gehört es diesen zu lockern. Alte und vertrocknete Rasenreste sollten vorher unbedingt entfernt werden, sonst hat die Nachsaat keine Chance zu wachsen.

Wichtig: Im Herbst keinen Langzeitdünger mehr auf den Rasen aufbringen. Das hätte die Folge, dass der Rasen mit dünnen und weichen Halmen in die Wintersaison gehen würde. Diese sind sehr anfällig gegenüber Frost und Krankheiten.

4. Laub harken

Im September fällt bereits das erste Laub von den Bäumen. Das sollten Sie vor allem von den Rasenflächen entfernen. Bleibt das Laub liegen, fängt der Rasen darunter an zu faulen. Außerdem ist das feuchte Klima ein perfekter Ort für Pilzentwicklung.

Auf anderen Flächen kann das Laub liegen bleiben, da es zum einen als Frostschutz dient und zum anderen für Insekten einen Unterschlupf im Winter bietet.

Laub hat im Gartenteich nichts zu suchen. Es sorgt für eine schlechte Wasserqualität mit starker Algenbildung. Um dem vorzubeugen, sollten Sie bevor das Laub von den Bäumen fällt, spezielle Netze über Ihren Gartenteich spannen.


5. Samen sammeln und trocknen

Die Vermehrung einiger Pflanzen ist denkbar einfach. Man muss sie nur trocknen und kann sie dann anschließend im kommenden Jahr ausbringen.

Der beste Zeitpunkt für das Sammeln des Saatgutes ist ein warmer und trockener Tag im September. Dann können Sie die Samen von Sonnenblumen, Tagetes, Rittersporn, Ringelblumen & Co. ernten. Es sollte unbedingt ein trockener Tag sein, da die Samen sonst feucht sind und die Gefahr für Fäulnis dadurch verstärkt ist.

Öffnen Sie die Samenkapsel und nehmen Sie die Samen heraus.

Anschließend sollten Sie diese für einige Tage auf Zeitungspapier zum Trocknen legen. Alternativ kann auch eine Streichholzschachtel verwendet werden. Die Pappe entzieht den Samen dabei die Feuchtigkeit. Wer die Samen lieber in einem Glas sammeln möchte (unbedingt beschriften!) sollte ein Stück Papier mit hineingeben.

Dann über die Winterzeit einfach an einen dunklen Ort stellen. So gelagerte Samen können bis zu drei Jahre keimfähig sein. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, der macht vorher einfach eine Keimprobe.

6. Blumenzwiebeln setzen

Nachdem es im Winter oft trist und grau ist oder alles von einer weißen Schneedecke bedeckt ist, freuen wir uns auf die ersten kleinen Frühlingsvorboten, die wieder Farbe ins Beet bringen. Dazu gehören vor allem Schneeglöckchen, Narzissen und Korkusse. Der September ist der optimale Zeitpunkt, diese in die Erde zu setzen. Achten Sie darauf, dass der Boden gut wasserdurchlässig ist. Bei besonders nassen Böden sollten Sie noch etwas Kies dazugeben. So werden auch nässeempfindliche Blumenzwiebeln wie beispielsweise Lilien und Tulpen vor dem Faulen geschützt.

Übrigens: Das Setzen von Tulpenzwiebeln sollten Sie soweit wie möglich hinauszögern, um diese vor gefräßigen Wühlmäusen zu schützen.

7. Fallobst wegräumen

Obst, das von den Bäumen gefallen ist, sollte direkt aufgesammelt werden. Je länger das Obst liegt, desto mehr Wespen werden dadurch angelockt. Und diese haben wir dann meist auch immer am Esstisch. Warten Sie also nicht zu lange.

Denken Sie daran, dass Bienen unter Naturschutz stehen und das Töten, Verletzen und Fangen der Tiere mit hohen Geldstrafen geahndet werden.

Weiterhin können durch das faulige Obst neue Schädlinge gezüchtet werden. Diese können dann umliegende Pflanzen befallen.

Tipp: Igel, Insekten und Vögel erfreuen sich an kleinen Obststücken. Aber wirklich nur geringe Mengen liegen lassen und diese in einer Ecke des Gartens ablegen.

Trotz der vielen Gartenarbeiten, die im September auf Sie zukommen, sollten Sie nie vergessen, Ihren Garten auch in dieser Zeit in vollen Zügen zu genießen. Der Winter kommt schneller als man denkt.
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